.Adventurous stories from the mole and its friends

by Juju, who lives in Munich and spent nights listening to his dad's bedtime stories.




Es war die Nacht vor St. Nikolaus und wie jedes Jahr lagen die beiden Spatzenzwillinge Zwitt und Pip schlaflos und aufgeregt in ihren Bettchen. Sie stellten sich vor, was es dieses Jahr wohl für köstliche Überraschungen geben würde. Pip hoffte so sehr, dass er wieder das Rosinenbrot in seiner Vogelschale vor der Tür finden würde. Es war mit Nüssen und Gewürzen gebacken, und eine Kruste aus Honig und Zimt machten es zu dem schmackhaftesten, was sich Pip in der Weihnachtszeit vorstellen konnte. „Oh jaa, Pip!“, stimmte Zwitt seinem Geschwisterchen eifrig zu, „das wäre ein wunderbares Nikolausfrühstück! Wir tauchen das Brot in unseren Apfeltee und hören uns Geschichten vom Maulwurf an!“

Der Maulwurf war ihr alter und langjähriger Freund, auf dessen Insel in einem großen See sie gemeinsam lebten. Maulwurf hatte als er jung war die Weiten und Höhen der Welt besucht und kennt spannende Geschichten aus seinen Abenteuern, so allumfassend wie der Horizont selbst. „Apropos, denkst du er hat dem Nikolaus ausgerichtet, dass ich soo gerne die kuschelige Mütze und den langen Schal aus dem Schaufenster in Seehausen bekommen würde?“ „Aber natürlich Zwitt. Du weißt, auf Maulwurfs Wort ist verlass!“ So lagen sie vorfreudig bis tief in die Nacht zwitschernd in ihren Betten und wussten, dass sie vermutlich kein Äuglein mehr schließen würden. Die sternenklare Nacht verdunkelte sich unterdessen und es zogen dunkle Wolken auf, die vom Wind getrieben die Ruhe der Nacht in ein Schneegestürm wandelten.

Das Pfeifen des Windes durch die Dachbalken wurde lauter und schwoll bedrohlich an. Die Fenstergläser wackelten in ihren Rahmen. Für einen Augenblick dachten die Zwillinge nicht mehr and das heiß ersehnte Frühstück. „Wo kommt den der Schneesturm auf einmal her? Wie gut, dass wir hier im warmen liegen. Denkst du, Fredi und Spitz merken was von dem ganzen Ungeheuer?“, fragte Pip. Fredi und Spitz waren ihre Freunde Hamster und Maus, die wie die beiden Spatzen bei Maulwurf wohnten. Sie fühlten sich jedoch im Keller wohler, weshalb sie dort ihre Zimmer hatten und nicht im Dachboden, wie die beiden Vögel.

Plötzlich hörten sie ein lautes Krachen gefolgt von einem klirrenden Geräusch, das sich so anhörte wie damals, als Pip die Teetassen hat fallen lassen. Doch diesmal kann es das nicht gewesen sein, dachte Zwitt, denn sein lieber und manchmal tollpatschiger Zwilling liegt hier neben Zwitt im Bett. „Was war das?!“ fragte Zwitt und seine Stimme klang ein wenig ängstlich. „Keine Ahnung“, entgegnete Pip, „aber es kam eindeutig von unten. Es kam von drinnen!“

Sofort kochen die Geschwister aus ihren Bettchen. Sie waren nicht nur Freunde von Abenteuergeschichten zum Frühstück, sie waren auch selbst mutig und neugierige Abenteurer. So machten sie sich vorsichtig auf zur Türe, die nach unten in die Küche führte. Zwitt packte noch schnell seine Taschenlampe ein, als sie bemerkten, dass der Strom ausgefallen war. Es wäre beinahe zu spät gewesen, als Pip ihn rechtzeitig abhielt das Licht anzuschalten. Denn als sie am Treppenabsatz standen, konnten sie Fredi uns Spitz erkennen, die wiederum aus der Kellertür hinausblickten. Doch ihr blick war fixiert und gemeißelt zum hinteren Eingang in den Maulwurfshügel. Ein hühnenhafter Schatten steht schaurig in Scherben, wo einst die Glastüre war. Er macht sich bedrohlichen Schrittes durch das Wohnzimmer auf zur Küche, wo die Freunde in ihren Verstecken warten. Ein Schatten wie eine Wolke, nicht greifbar und wandelnd in Form, aber doch eindeutig fest und vorhanden. Der Schatten stellt schnell etwas auf den Küchentisch und verschwindet eilig wie er gekommen war durch die Küchentüre in das Dunkel der Nacht. Die Türe hing der Bewegung nach und kalte Luft mit Schnee stürmte in die Küche, als die Freunde in die Küche sprangen.

Zwitt packte seine Taschenlampe und versuchte dem fremden Schatten hinterher zu leuchten, doch sah der Spatz nur noch eine Laterne am Steg in ein kleines Boot steigen und im Schwarzen Meer der Nacht versinken.

„Schaut mal was das ist!“ Rief Spitz, der seine Nase bereits in den mysteriösen Gegenstand auf dem Tisch gesteckt hat. Es war ein alter, zerfledderter Lederstiefel. So einen trugen damals Reiter wenn sie mit ihren Pferden durch die Winternächte ritten, dachte Zwitt. Zumindest erinnere er sich an Erzählungen des Maulwurfs. Spitz zog mit seinen Zähnen eine Rolle aus dem Stiefel. „Das ist eine Briefrolle! Seht, sie ist sogar mit Wachs versiegelt!“, entdeckte Fredi. Das Siegel war klar im Lampenschein der Spatzen zu erkennen. Es trug ein simples N eingestempelt. Noch bevor die vier Freunde sich über diesen äußerst merkwürdigen Vorfall weiter wundern konnten, öffnete sich das Siegel und damit die Briefrolle wie auf magische Weise. Es war eine Landkarte die wirklich keinen auch nur ansatzweise bekannt vorgekommen wäre. In ihr war ein großes Kreuz verzeichnet. Auf einmal türmte ein weiterer Schatten hinter den Freunden auf. Es war der Maulwurf, der zu ihnen aus dem Schlafzimmer kam.

Nach einem kurzen Blick auf das Chaos, die Scherben und den Schnee sah er die Karte im Lichtkegel. „Sieht ganz danach aus, meine lieben Freunde, als wären wir am Anfang eines großen Abenteuers.“



It was the night before St. Nicholas and, as every year, the two sparrow twins Zwitt and Pip lay sleepless and excited in their beds. They imagined what delicious surprises would be their this year. Pip hoped so much that he would find the raisin bread in his bird bowl at the door. It was baked with nuts and spices, and a crust of honey and cinnamon made it the tastiest thing Pip could imagine over the Christmas season. „Oh yes, Pip!“ Zwitt agreed with his sibling, „that would be a wonderful St. Nicholas breakfast! We dip the bread in our apple tea and listen to stories of the mole!“

The mole was there old and long-time friend, on whose island they lived together in a large lake. Mole had travelled the world wide and high when he was young and knew exciting stories from his adventures, all-encompassing as the horizon itself. „Speaking of which, do you think he has aligned St. Nicholas, that I would like to get the cuddly hat and the long scarf from the shop window in Seehausen?“ „But of course Zwitt. You know, you can rely on Mole’s word!“ So they lay in their beds deep into the night, chirping in anticipation aware that they might not shut their eyes. The starry night darkened meanwhile and dark clouds rose, which, driven by the wind, turned the calm of the night into a snowstorm.

The whistling of the wind through the roof beams grew louder and swelled menacingly. The window glasses wobbled into their frame. For a moment, the twins stopped thinking about the hotly-awaited breakfast. „Where does the snowstorm come from suddenly? How good that we are here in the warm. Do you think Fredi and Spitz can see this monstrous blizzard?“ asked Pip. Fredi and Spitz were their friends hamster and mouse, who lived like the two sparrows with mole. However, they felt more comfortable in the basement, which is why they had their rooms there and not in the attic, like the two birds.

Suddenly they heard a loud noise followed by a sizzling sound that sounded like when Pip dropped the teacups. But this time it couldn’t have been, thought Zwitt, because his dear and sometimes rabid twin lay next to Zwitt in bed. „What was that?!“ asked Zwitt, his voice and confidence sounding a little anxious. „I don’t know,“ Pip replied, „but it clearly came from below. It came from inside!“

Immediately the siblings got out of their beds. They were not only friends of adventure stories for breakfast, they were brave and curious adventurers themselves. So they carefully opened up to the door, which led down to the kitchen. Zwitt quickly grabbed his flashlight when they noticed that the power had failed. It would have been almost too late for Pip to stop him turning on the lights in time.

Because when they stood at the heel of the stairs, they recognized Fredi and Spitz, who in turn stood peeping out of the cellar door. But their gaze was fixed and chiseled at the rear entrance into the molehill. A thundering shadow stood eerily in shards where the glass door once was. With a menacing step it made its way from the living room to the kitchen, where the friends wait in their hiding places. A shadow like a cloud, intangible and transforming in shape, but still clearly discernible and present. The shadow quickly puts something on the kitchen table and disappears hurriedly as it had come through the kitchen door into the darkness of the night. The door hung after the movement and cold air with snow stormed into the kitchen as the friends jumped into the kitchen.

Zwitt grabbed his flashlight and tried to shine it at the strange shadow, but the sparrow only saw a lantern climb into a small boat on the jetty and sink into the Black Sea of the night.

„Look what that is!“ cries Spitz, who already was inspecting the mysterious object on the table with his nose. It was an old, battered leather boot. That’s what riders wore back then when they rode their horses through the winter nights, Zwitt thought. At least he remembers what the mole told him. Spitz pulled a scroll from his boot with his teeth. „It’s a roll of letter! Look, it’s even sealed with wax!“, Fredi discovered. The seal was clearly visible in the sparrows‘ lamplight. It had a simple N stamped on it. Before the four friends were able to continue to wonder about this extremely strange incident, the seal and with it the scroll of letter opened as if magically. It was a map that really didn’t seem familiar to anyone. There was a large cross on it. Suddenly another shadow loomed behind the friends. It was the mole that came to them from the bedroom.

After a quick look at the chaos, the shards and the snow, he saw the map in the beam of light. „Looks like we are, my dear friends, at the start of a great adventure.“



Juju, 'Adventurous stories from the mole and its friends', aknownspace, 2020, 1, 8


<< previous article

next article >>